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07.12.2018

Europäische Kooperation liegt im Interesse der Region Stuttgart

Um die Vorteile der EU für die Region Stuttgart ging es bei der Veranstaltung „Zukunft der EU – Bedeutung für die Region Stuttgart“

Fotos: WRS und VRS/Achim Zweygarth

In einem waren sich alle Teilnehmer einig: Eine starke Europäische Union ist für eine erfolgreiche Region Stuttgart unerlässlich. Auf Einladung des Verbands Region Stuttgart und der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) fand am Dienstag die letzte Veranstaltung im Rahmen des Europa-Dialogs Baden-Württemberg zum Thema „Zukunft der EU – Bedeutung für die Region Stuttgart“ statt. Auf der Podiumsdiskussion sprachen Vertreter der EU-, Landes- und Regionsebene über künftige europäische Ausrichtungen und regionale Interessen.

In ihrer Begrüßung betonte Dr. Nicola Schelling, Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart, wie sehr die Region Stuttgart auf verschiedenen Ebenen von der EU profitiere. Zugleich aber wäre für viele Bürgerinnen und Bürger in der Region die Bedeutung der EU nicht sichtbar: „Wir haben deshalb praktische Schritte unternommen und vor wenigen Wochen eine Bustour zu von der EU geförderten Projekten in der Region veranstaltet.“ In der folgenden Podiumsdiskussion erläuterte Frau Dr. Schelling in ihrer Funktion als Präsidentin des Netzwerks der europäischen Ballungsräume METREX die Bedeutung der Metropolregionen für die europäische Entwicklung.

Joachim Menze, Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in München, stellte das im März 2017 von der EU veröffentlichte „Weißbuch zur Zukunft Europas“ vor, in dem fünf mögliche Szenarien zur künftigen Ausrichtung der EU skizziert wurden. Er hob die Einzigartigkeit Europas hervor: „Europa ist eine Erfolgsgeschichte. 70 Jahre Frieden ist eine beispiellos lange Zeit in der Historie unseres Kontinents.“ Zur Bedeutung Europas für die Region Stuttgart sagte er: „Die Region war früher ein armer Landstrich. Der Wandel hin zu einem prosperierenden Wirtschaftsstandort wäre ohne die EU nicht denkbar gewesen.“

Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der WRS, betonte die Relevanz der EU für die Wirtschaft nicht nur in der Region Stuttgart: „Die Europäische Union hat mit der Einführung des gemeinsamen Binnenmarktes zu einem beispiellosen Aufschwung der Wirtschaft und zum Wohlstand ihrer Einwohner geführt.“

Als Rechtswissenschaftler legte Prof. Dr. Jan Bergmann, Professor für Recht und Politik der EU an der Universität Stuttgart, vor allem einen Schwerpunkt auf die Bedeutung Europas für die Sicherheit der Bürger in der Region Stuttgart: „Genauso international, wie die Wirtschaft vernetzt ist, ist es leider mittlerweile auch das Verbrechen. Eine Gegenbewegung kann also nur international, im starken europäischen Verband erfolgen.“

Dr. Petra Püchner, Europabeauftragte der Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg, strich die Wichtigkeit der EU vor allem in Hinblick auf die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit regionaler Unternehmen hervor: „Im weltweiten Kontext kann die Region Stuttgart allein nicht viel ausrichten. Zusammengenommen hat die EU jedoch eine größere Marktmacht als die USA, es geht also nur gemeinsam in Europa.“

Johannes Schmalzl, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart, wiederrum sah einen Schwerpunkt europäischer Arbeit im Erhalt des Friedens und der freien Marktwirtschaft, die allein den Wohlstand der Region Stuttgart garantierten: „Die EU ist eine Friedensgemeinschaft. Alle Unternehmer in der Region Stuttgart wissen, dass es Wohlstand nur mit Frieden und Freiheit geben kann. Wir brauchen daher einen von Europa garantierten, friedvollen, freien Handel.“

Dr. Alexandra Zoller, die Leiterin der Abteilung Europa und Tourismus im Ministerium der Justiz und für Europa Baden-Württemberg, wies darüber hinaus auf die zunehmende Europa-Skepsis vieler Bürgerinnen und Bürger hin: „Es muss analysiert werden, warum breite Bevölkerungsschichten die EU ablehnen. Die EU und die nationalen Regierungen müssen auf diese Gruppen zugehen.“

Der Europa-Dialog Baden-Württemberg

Der Europa-Dialog Baden-Württemberg ist eine Initiative des Landes zur Zukunft der EU aus Sicht Baden-Württembergs. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf Impulse aus der Bürgerschaft, aus den Kommunen und Regionen sowie aus Wissenschaft und Wirtschaft gelegt. Zielsetzung des Europa-Dialogs ist ein neues „Europa-Leitbild der Landesregierung“ als Beitrag Baden-Württembergs zur Debatte über die künftige Ausrichtung der EU.

Die Podiumsdiskussion „Zukunft der EU – Bedeutung für die Region Stuttgart“ war die letzte Veranstaltung des Europa-Dialogs und fand mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums der Justiz und für Europa Baden-Württemberg sowie der Kreisverbände der Europa-Union in der Region Stuttgart statt.

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