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28.04.2011

Südwestdeutsche Automobilzulieferer werden systematisch unterschätzt

Baden-württembergische Automobilzulieferindustrie ist der wichtigste Eckpfeiler des deutschen Fahrzeugbaus

Trotz der überdurchschnittlichen Rolle für die deutschen Automobilhersteller wird die baden-württembergische Automobilzulieferindustrie in ihrer tatsächlichen wirtschaftlichen Bedeutung systematisch unterschätzt. Dabei ist sie der wichtigste Eckpfeiler des deutschen Fahrzeugbaus: Auf den Südwesten entfällt fast ein Viertel aller Zulieferfirmen. Der baden-württembergische Fahrzeugbau insgesamt besitzt einen Anteil von rund 20 Prozent an der deutschen und rund fünf Prozent an der weltweiten automobilen Wertschöpfung. Ein Großteil des Wohlstands Baden-Württembergs hängt von der Automobilzulieferbranche ab.

Laut Analysen des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI lässt die amtliche Statistik bei der Erfassung der Anzahl von Betrieben und Beschäftigten der Automobilzulieferbranche außer Acht, dass rund 13 Prozent aller Beschäftigten der Chemischen Industrie, circa 20 Prozent der Beschäftigten der Gummi- und Kunststoffverarbeitenden Industrie und 32 Prozent aller Mitarbeiter in Unternehmen, die Metallerzeugnisse herstellen, den Automobilzulieferern zugerechnet werden müssen. Demnach beschäftigen laut Hochrechnungen von Fraunhofer ISI rund 600 Betriebe in Baden-Württemberg insgesamt 185.000 Menschen, von denen etwa 105.000 bei Automobilherstellern und -zulieferern tätig sind sowie 80.000 in Service, Handel und Forschung und Entwicklung.

Mehr als die Hälfte der Automobilzulieferer in Baden-Württemberg sind Kleinbetriebe mit weniger als 100 Mitarbeitern, die vor allem mittelkomplexe Produkte herstellen. Ihr Wettbewerbsvorteil im Vergleich mit anderen Automobilzulieferregionen wie Nordrhein-Westfalen, Bayern, Sachsen und Thüringen liegt vor allem in der Entwicklung innovativer Produkte und in der individuellen Anpassung von Produkten an Kundenwünsche.

Angesichts der Bedeutung der Automobilzulieferindustrie für den Standort Baden-Württemberg begrüßen Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) die Absicht der neuen Landeregierung, Förderpolitik und Maßnahmen zur Verbesserung des Technologietransfers vor allem auf kleine und mittlere Unternehmen auszurichten.

Die Analyseergebnisse sind Teil der von Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart und Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS) beim Fraunhofer ISI beauftragten Untersuchung "Elektromobilität: Zulieferer für den Strukturwandel gerüstet?"

Ansprechpartner für die Redaktionen:

Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH:
Helmuth Haag, Pressestelle, Telefon 0711 2283513

Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart:
Anke Seifert, Pressestelle, Telefon 0711 2005-322