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29.10.2015

Minister Nahles und Schmid informieren sich vor Ort

Fachkräfteallianz Region Stuttgart beteiligt sich an der Aktionswoche zur Fachkräftesicherung - Lebensphasenorientierte Arbeitspolitik bei Balluff

Betriebsbesuch Minister Nahles und Schmid bei der Balluff GmbH (Foto: Wilfried Adam)Betriebsbesuch Minister Nahles und Schmid bei der Balluff GmbH (Foto: Wilfried Adam)Betriebsbesuch Minister Nahles und Schmid bei der Balluff GmbH (Foto: Wilfried Adam)

Betriebsbesuch Minister Nahles und Schmid bei der Balluff GmbH (Fotos: Wilfried Adam)
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Die Fachkräfteallianz Region Stuttgart und die Balluff GmbH zeigen der Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles und Baden-Württembergs Minister für Finanzen und Wirtschaft Nils Schmid, wie die Region den Fachkräftemangel in Angriff nimmt.

Bei einem Betriebsbesuch bei der Balluff GmbH in Neuhausen auf den Fildern haben Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles und der baden-württembergische Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid einen Eindruck davon gewonnen, wie in der Region Stuttgart an der Fachkräftesicherung gearbeitet wird. Der Automatisierungsspezialist gilt als vorbildlich auf dem Gebiet der Lebensphasenorientierten Arbeitspolitik. Dies umfasst die Flexibilisierung von Arbeitszeit und -organisation, damit Beschäftigte die Anforderungen von Erwerbsarbeit und Privatleben in den verschiedenen Lebensphasen optimal in Einklang bringen können. Ein häufiges Beispiel ist die Reduzierung der Arbeitszeit während der Familiengründung.

"Als Familienunternehmen in vierter Generation ist uns das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur aus Tradition sehr wichtig. Unsere teils komplexen mechatronischen Produkte verlangen ein hohes Maß an technischer Erfahrung. Dieses Know-how und die Erfahrung gilt es zu halten und weiterzuentwickeln. Deswegen legen wir großen Wert darauf, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Lebensphasen zu begleiten. Wir investieren viel in die Ausbildung und Weiterqualifizierung und möchten über flexible Arbeitszeitmodelle ein attraktiver Arbeitgeber und Partner für unsere Mitarbeiter sein - sei es für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, als Unterstützung bei einer berufsbegleitenden Weiterqualifizierung oder für den Übergang in den Ruhestand", sagte Balluff-Geschäftsführer Florian Hermle.

Bei dem Rundgang im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche zur Fachkräftesicherung verfolgten die Ministerin und der Minister wichtige Stationen einer Berufsbiographie im direkten Kontakt mit den Mitarbeitern. An den Lebensphasen orientiert begann die Demonstration in der Ausbildungswerkstatt, in der die Gäste mit Auszubildenden über das Thema Berufseinstieg und notwendige oder geleistete Unterstützungen durch die Akteure der Fachkräfteallianz diskutierten.

Die zweite Station im Produktionsbereich behandelte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berichteten über ihre individuellen Arbeitszeitmodelle. Kinder-betreuung und Arbeitswelt aufeinander abzustimmen gelingt nur, so viel wurde deutlich, wenn alle Seiten offen sind für flexible Regelungen.

An einer dritten Station wurden die Themen Lebenslanges Lernen und Berufsausstieg am Ende des Erwerbslebens diskutiert. Für die Sicherung seines Fachkräftepotenzials ist es für Unternehmen entscheidend, erfahrene Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Einerseits müssen ihre Qualifikationen - wie die aller Angestellten - kontinuierlich aktualisiert werden. Andererseits müssen Wege gefunden werden, ihr Know-how bei ihrem altersbedingten Ausscheiden aus dem Unternehmen an die nächste Mitarbeitergeneration weiterzugeben.

Über die Bedeutung der Sicherung von Fachkräften waren sich die Anwesenden einig. Bundesarbeits¬ministerin Andrea Nahles: "Wir werden älter, unser Land bunter und die Arbeit digitaler. Das Thema Fachkräftesicherung bleibt eine der großen Zukunftsfragen für den deutschen Arbeitsmarkt. Dabei müssen wir gemeinsam anpacken und für attraktive Arbeitsbedingungen sorgen. Denn gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte sind das Rückgrat für unternehmerischen Erfolg und damit für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unseres Landes. Fachkräftesicherung gelingt nur in Zusammen¬arbeit mit vielen Akteuren, wie Sozialpartnern, Kammern und Verbänden vor Ort. Die Fachkräfte¬woche zeigt ein beeindruckendes Engagement und gute Praxisbeispiele überall in Deutschland."

Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid hob hervor: "Fachkräftesicherung ist für Baden-Württemberg als leistungsstarker Wirtschaftsstandort ein zentrales Zukunftsthema. Um diesen Standort auch zukünftig zu sichern, benötigen wir eine langfristig angelegte Fachkräftesicherungs¬strategie, daher haben wir gemeinsam mit anderen Partnern im Jahr 2011 die Fachkräfteallianz Baden-Württemberg gegründet. In allen zwölf Regionen Baden-Württembergs existieren zwischenzeitlich regionale Fachkräfteallianzen. So auch hier in der Region Stuttgart. Mit ihren konkreten Aktionen vor Ort leisten sie alle einen Beitrag zur Sicherung des Fachkräfteangebots im Land. Ich freue mich, dass im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche ein Fokus auf diese Arbeit gelegt wird." Der Minister würdigte auch die Leistungen der Firma Balluff: "Es ist beeindruckend zu sehen, welche Maßnahmen die Firma Balluff in Neuhausen auf den Fildern umsetzt, um ihre Fachkräftebasis zu sichern. Die Gespräche mit den Beschäftigten haben mir gezeigt, welche hochmotivierten Fachkräfte dadurch gewonnen und gehalten werden können."

"Die Sicherung des Fachkräftebedarfs ist die wichtigste Voraussetzung für den künftigen Erfolg unserer Unternehmen. Vor allem kleine und mittlere Firmen profitieren von den Aktivitäten der Partner in der Fachkräfteallianz. Eine enge Anbindung an die Landesebene und die Kooperation mit den Fachkräfteallianzen in den Landkreisen sorgt dafür, dass die Unternehmen ein Angebot aus einem Guss erhalten. So können sie sich auf die Herausforderungen der Zukunft konzentrieren - von der Digitalisierung der Wirtschaft und Industrie 4.0 bis hin zur Integration internationaler Fachkräfte in die Betriebe", sagte Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH und einer der Sprecher der Fachkräfteallianz Region Stuttgart.

Petra Cravaack, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Stuttgart und ebenfalls Sprecherin der Fachkräfteallianz Region Stuttgart, betonte: "Als Agenturen für Arbeit und Mitglied der Fachkräfteallianz hier in der Region können wir den Betrieben maßgeschneiderte Angebote machen. Wir arbeiten eng mit ihnen zusammen, nicht nur bei der lebensphasenorientierten Personalpolitik, wie wir es hier bei der Firma Balluff so eindrucksvoll gesehen haben. Dies gelingt durch gezielte Qualifizierung und Unterstützung, und zwar über wichtige Phasen des Arbeitslebens hinweg. Dies beginnt bei der Besetzung von Ausbildungsstellen und reicht über die gezielte Förderung von Frauen beim Wiedereinstieg in das Berufsleben bis zur Weiterqualifizierung von Beschäftigten in den Betrieben. So wird einerseits wertvolles Wissen in den Unternehmen behalten, andererseits können sich Unternehmen gezielt auf die kommenden Veränderungen in der Wirtschaftswelt konzentrieren, die unter anderem die Digitalisierung mit sich bringen wird."

Über den Veranstalter: Die Fachkräfteallianz Region Stuttgart

Eine wichtige Funktion der Fachkräfteallianz Region Stuttgart ist es, Einrichtungen, Verbände, Institutionen sowie Entscheidungsträger zu vernetzen. In der Allianz sind deshalb die Agenturen für Arbeit der Region (Göppingen mit Esslingen, Ludwigsburg, Stuttgart und Waiblingen), die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart und die Handwerkskammer Region Stuttgart, der DGB Nordwürttemberg und die IG Metall Region Stuttgart sowie die Robert Bosch GmbH, der Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg Südwestmetall und die Wirtschaftsförderung Region
Stuttgart GmbH (WRS) vertreten. Den Vorsitz haben Petra Cravaack, Vorsitzende der Geschäfts-führung der Agentur für Arbeit Stuttgart, und Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der Wirtschaftsförde¬rung Region Stuttgart.

Für die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit der Region Stuttgart sind die Fragen nach der Erschließung des in der Region vorhandenen Potenzials ebenso wichtig, wie die Fragen nach der Integration von zugewanderten Fachkräfte, unabhängig von den aktuellen Diskussionen rund um die Flüchtlings¬politik. Laut Strukturbericht 2013 ist zu erwarten, dass im Jahr 2030 rund 110.000 Fachkräfte in der Region fehlen werden, wenn nicht gegengesteuert wird.

fachkraefteallianz.region-stuttgart.de

Kontakt für die Presse:
Nadine Kollmeyer
Koordinierungsstelle Fachkräfteallianz Region Stuttgart
c/o
Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS)
nadine.kollmeyer@ext.region-stuttgart.de
Tel. 0711-22835-811

Nützliche Links
Balluff GmbH: www.balluff.de
Fachkräftewoche "In Deutschland steckt mehr": www.fachkraeftewoche.de

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