Fördermittel für Neckarpipeline „H2 GeNeSiS“ bewilligt

Bauplanung der Neckar-Pipeline für grünen Wasserstoff zwischen Esslingen und Stuttgart kann starten. Förderbescheid des baden-württembergischen Umweltministeriums und der EU über elf Millionen Euro liegt vor

Die Wasserstoff-Pipeline wird die Grundlage für eine grüne Wasserstoffwirtschaft in der Region Stuttgart bilden. Fotos: Lukas Breusch
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Die Bauplanung für die Wasserstoff-Pipeline des Gemeinschaftsprojekts „H2 GeNeSiS“ von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), den Stadtwerken Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG, den Stadtwerken Stuttgart GmbH, dem Steinbeis-Innovationszentrum energieeffiziente und emissionsfreie Technologien (SIEET) und dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung BW (ZSW) kann beginnen. Die Förderung durch das baden-württembergische Umweltministerium und die EU über elf Millionen Euro im Rahmen des EFRE-Programms „Modellregion Grüner Wasserstoff“ wurde nun bewilligt.

Die Wasserstoff-Pipeline wird die Grundlage für eine grüne Wasserstoffwirtschaft in der Region Stuttgart bilden. Sie soll als Verteilernetzwerk für Wasserstoff fungieren, Erzeuger und Anwender von grünem Wasserstoff werden entlang der Pipeline angesiedelt sein. Es sollen gleichzeitig verschiedenste Anwendungsbereiche für grünen Wasserstoff – wie Wohnquartiere, industrienahe Unternehmen und die Mobilität – getestet werden.

„Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bietet für die Region Stuttgart sehr gute Möglichkeiten, den Strukturwandel und die damit einhergehende Transformation der Automobilindustrie positiv zu beeinflussen und neue Akzente zu setzen. Es entstehen nicht nur neue Arbeitsplätze, die Region Stuttgart bleibt damit auch Vorreiterin für neue Technologien und ein Standort zukunftsweisender Forschung und Entwicklung“, sagt Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der WRS, die „H2 GeNeSiS“ koordiniert. „Bereits heute ist absehbar, dass die geplante Pipeline wegen der hohen Nachfrage im weiteren Verlauf ausgebaut wird“, so Rogg.

ZSW und SIEET haben als Projektpartner wichtige Forschungsgrundlagen geliefert. Dr. Marc-Simon Löffler, Leiter des Fachgebiets Regenerative Energieträger und Verfahren am ZSW weist auf die Vorreiterrolle der Wasserstoff-Pipeline in Baden-Württemberg hin: „Nur mit einer ganzheitlichen Forschungs- und Innovationsstrategie entlang der gesamten Wertschöpfungskette zum Wasserstoff – von der Erzeugung über Speicherung, Transport und Verteilung bis hin zur Anwendung – wird der zügige Markthochlauf für diese Schlüsseltechnologie der Energiewende gelingen. Der in H2 GeNeSiS geplante Aufbau eines ‚H2-Marktplatzes‘ und einer H2-Pipeline entlang des Neckars sind bedeutende Meilensteine für den Aufbau einer Wasserstoff-Wirtschaft im Großraum Stuttgart.“

„Wasserstoff ist der Energieträger, der alle Voraussetzung für ein vollständig nachhaltiges Energieversorgungsystem erfüllt. Das SIEET arbeitet an der Umsetzung der Energiewende auf Basis von Wasserstoff und unterstützt lokale Unternehmen in der Transformation und will zur Stärkung gesellschaftlicher Akzeptanz beitragen,“ betont Dr. Oliver Ehret, Projektleiter am SIEET.

Auch die Stadtwerke Stuttgart besetzen frühzeitig das Thema grüner Wasserstoff für die Landeshauptstadt aus der Überzeugung heraus, dass dieser Energieträger ein unverzichtbarer Baustein der Energiewende ist: „Mit dem Projekt ‚H2 GeNeSiS‘ gehen wir in die praktische Umsetzung und sammeln dabei erste wertvolle Erfahrungen von der Erzeugung, über Transport, Speicherung bis hin zur Nutzung und Kundenakzeptanz“, sagt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart GmbH.

„In der aktuellen weltpolitischen Situation ist das Beschleunigen der Substitution fossiler Energieträger wichtiger denn je. Dabei spielt der Wasserstoff eine tragende Rolle. Er bietet uns vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. Aber auch für die Mobilität kann Wasserstoff als Energieträger hervorragend eingesetzt werden“, so Jörg Zou, Geschäftsführer der Stadtwerke Esslingen am Neckar GmbH & Co. KG.

Die Pipeline wird Ende 2024 in Betrieb gehen, das durch das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg und den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) kofinanzierte Projekt läuft bis zum 31.12.2026.

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Hintergründe und technische Details