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Fachkräftesicherung in der Transformation

Staatssekretärin Katja Mast zu Besuch in der Region Stuttgart

© Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg / WRS +3
© Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg / WRS
© Ministerium für Soziales, Arbeit und Gesundheit Baden-Württemberg / WRS
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Wie kann die Region Stuttgart den massiven Fachkräftemangel bewältigen, während gleichzeitig ein tiefgreifender industrieller Strukturwandel stattfindet? Im Rahmen der Aktionswochen „Menschen in Arbeit – Fachkräfte in den Regionen“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) besuchte Parlamentarische Staatssekretärin Katja Mast die Region Stuttgart, um Antworten auf diese Frage zu finden und sich ein Bild von den Herausforderungen vor Ort zu machen.

Begleitet wurde der Besuch durch die WRS, die über die Fachkräfteallianz Region Stuttgart den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Verwaltung koordiniert. Ziel war es, die spezifischen regionalen Perspektiven direkt in den Austausch mit dem Bundesministerium einzubringen. Im Zentrum stand unter anderem ein Werkstattgespräch bei der Elektro-Breitling GmbH in Holzgerlingen.

Hier legte WRS-Geschäftsführer und Vorsitzender der Fachkräfteallianz Michael Kaiser die strategischen Eckpunkte dar: Angesichts eines prognostizierten Fachkräfteengpasses von bis zu 235.000 Personen bis 2035 müsse die Region neben der Sicherung bestehender Arbeitsplätze aktiv neue Geschäftsfelder fördern und Innovationen vorantreiben.

Unternehmerische Perspektiven: Bürokratie und Flexibilität

Die Teilnehmer des Gesprächs schilderten die drängenden Hürden aus der Praxis. Klaus Finger (geschäftsführender Gesellschafter der EB-Gruppe, in der die Elektro Breitling GmbH Teil ist) und Patrick Wolf (Geschäftsführer Bildung und Arbeit bei Handwerk BW) appellierten an die Politik, bürokratische Hindernisse – insbesondere bei der Beantragung von Fördermitteln und Genehmigungsprozessen – abzubauen, da die Eintrittsbarrieren für kleine Handwerksbetriebe derzeit oft zu hoch seien.

Auch die Flexibilität des Arbeitsmarktes war ein zentrales Thema. Peter Krause (Vorsitzender Südwestmetall) betonte, dass es keine „natürliche Erholung“ der Wirtschaft geben werde. Er forderte eine Anpassung der Arbeitszeitgesetzgebung, um mehr Flexibilität für Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu ermöglichen und die Vertrauensarbeitszeit zu schützen.

Bildung und Zuwanderung als Hebel

In Bezug auf den Nachwuchs warnten Christine Almert (Präsidiumsmitglied der IHK Region Stuttgart) und Jörg Veit (Geschäftsführer Personal der EB-Gruppe) vor einer sinkenden Ausbildungsreife bei jungen Menschen. Während Veit eine hochwertige Berufsorientierung in Schulen als „Chefsache“ bezeichnete, forderte Almert eine bessere Förderung von Kindern sowie Unterstützung für Frauen, die in den Beruf zurückkehren möchten.

Ergänzend wiesen Patrick Wolf und Gunnar Schwab (Vorsitzender der Geschäftsleitung der Agentur für Arbeit Stuttgart) darauf hin, dass die Gewinnung internationaler Fachkräfte beschleunigt werden müsse. Schwab mahnte zudem eine schnellere Reaktionszeit der Politik auf die bekannten demografischen Entwicklungen an.

Appell an ein ganzheitliches politisches Denken

Michael Kaiser (WRS) verknüpfte diese Einzelaspekte zu einem strategischen Plädoyer. Er kritisierte ein zu starkes sektorales Denken in der Politik, das oft zu Herausforderungen für die Leistungsfähigkeit von Unternehmen führe.

„Die politischen Häuser müssen stärker zusammenarbeiten und Herausforderungen gemeinsam denken, um gemeinschaftliche Lösungen zu entwickeln“, so Kaiser. „Die Politik sollte unternehmerisch denken und Unternehmen helfen, um die wirtschaftliche Stabilität und damit den sozialen Frieden in der Region zu wahren.“

Antworten aus dem Bundesministerium

Staatssekretärin Katja Mast versicherte, dass die Fachkräftestrategie des BMAS konsequent in die Regionen gehen müsse. Sie hob die Bedeutung von Qualifizierungen im Bereich Künstliche Intelligenz hervor und sprach die problematische Situation älterer Arbeitnehmer an. Zudem kündigte sie Initiativen wie die „Work-and-Stay-Agentur“ an.

„Die Herausforderung besteht darin, politisch große Reformen umzusetzen und gleichzeitig konkrete Antworten auf die Transformation zu geben“, erklärte Mast.

Weitere Informationen zum Thema Fachkräftesicherung in der Transformation finden Sie auf der Website der Fachkräfteallianz Region Stuttgart